Heiligkreuzkapelle am Rigiweg

Auf dem Felsen oberhalb der Kapelle zu Heiligkreuz am Rigiweg stand ehemals eine einfache Waldbruderklause. Sie war von einem Bruder bewohnt, der das Läuten des Kapellglöckleins besorgte und den Pilgern nach Rigi Kaltbad oder Klösterli gegen ein bescheidenes Almosen eine Erfrischung verabreichte. Der letzte Waldbruder war um das Jahr 1800 Onuphrius Dahinden (sein Bruder Joseph Anton Dahinden wirkte zu jener Zeit als Kaplan in Weggis). Später versah diesen Dienst an den durstigen Rigipilgern jeweilen der Sigrist vom Heiligkreuz. Die Waldbruderklause wurde im Jahre 1885 durch gewalttätige Hände zerstört und in der Folge abgetragen.

In den Jahren 1818 – 1820 baute die Weggier Korporation den neuen und heute noch begangenen Weg. Jeder Korporationsbürger hatte beim Wegbau und beim Wegunterhalt einen „Frontag“ zu leisten. Grosse Schwierigkeiten bereitete der Durchbruch bei den Felsbändern ob Heiligkreuz. Insassen aus dem Schellenwerk zu Luzern durften hier ihre Zuchthausstrafe nutzbringen abwandeln. Heute noch trägt dieses Teilstück des Rigiweges den Namen „Spränggi“ (die gesprengte Fluh). Der Weg war nun so breit, dass man ihn auch mit Pferden oder Maultieren begehen konnte. Von allen Rigiwegen war dieser nun der bequemste, angenehmste und am wenigsten mühsame. Der neue Weg und die Eröffnung der Dampfschifffahrt auf dem Vierwaldstättersee im Jahre 1837 brachten dem Schenkbetrieb bei Heiligkreuz grossen Auftrieb. In den Fünfzigerjahren war der Migijakob (Jakob Zimmermann) Sigrist und Wirt daselbst und zahlte 1855 achtzig Franken Zins, 1857 und 1858 jeweils 150 Franken. Der Heiligkreuzsigrist hatte neben dem Kirchendienst bei den Gottesdiensten sommerszeit täglich „Sechse“ zu läuten und morgens, mittags und abends den „Englischgruss“. Dafür durfte er den Reisenden gegen Entschädigung Erfrischungen anbieten. 1859 bewarben sich mehrere Gemeindebürger um das Amt des Kapellsigrists und Gastwirts zu Heiligkreuz, obwohl der Zins auf stattliche 400 Franken erhöht worden war. Eine Versammlung der Korporationsgemeinde wählte einmütig den ehemaligen Schulmeister und späteren Gemeindeammann und Grossrat Alois Zimmermann.

Weitere Einzelheiten sind dem Weggiser Lesebuch „Cheschtene und Fiige“, welches anlässlich des 100. Geburtstages des Kur- und Verkehrsvereins geschaffen wurde, zu entnehmen.

Messe in der Heilig-Kreuz-Kapelle

Zu Beginn bzw. zum Ende der Alpsaison findet jeweils an einem Mittwoch im Mai bzw. September um 09.15 Uhr ein Gottesdienst zusammen mit der Korporation Weggis statt. Die genauen Daten sind dem Pfarreiblatt zu entnehmen.

Kontakt

Bei Fragen oder Auskünften wenden Sie sich bitte an die Korporationskanzlei (Tel. 041 390 17 75).