Verenakapelle

Verenakapelle

Die kleine Kapelle direkt an der Strasse mit einem Schindelturm und einem Vordach gegen die Strasse wurde 1909 im Auftrag von Ludwig und Justus Stalder, zwei Weggiser Bürgern, erbaut. Das Deckenbild von G. Troxler ist 1910 datiert, ebenso das Bild der Heiligen Verena über dem Eingang von .... Hildebrandt. Dies würde erklären, weshalb die Sockelmalerei hinter den Bankdoggen fehlt. Die Raumschale und die Ausstattung sind seither unverändert geblieben. Zur Originalausstattung gehören auch die beiden Gemälde im Chorbereich, die Fenster, der Plattenboden und die Bänke.

Die Verena-Kapelle wurde zum Gedenken an den Felssturz von 1795 in Weggis errichtet. Fünf Fenster erhellen den einfach gehaltenen Innenraum. Die Altarfigur zeigt Maria, die ihren toten Sohn Jesus Christus in den Händen hält. Auf jeder Seite sind Engel mit Blumenornamenten gezeichnet. Die Wände sind in Rot mit goldenen Verzierungen gehalten. Auf jeder Seite befinden sich sechs einfache Holzbänke. Über dem Eingang hängt ein Bild der heiligen Verena, welche der Kapelle ihren Namen gab. In einem Sternenhimmel eingebettet befindet sich das grosse Deckengemälde, das den Erdschlipf aus dem Jahr 1795 in Weggis festhält.

Die Verenakapelle ist in ihrem Innern ein 100jähriges unangetastetes Ensemble mit einer starken Ausstrahlung. Solche unberührten Gesamtkunstwerke sind selten und daher sollte dieses Kleinod für weitere Jahrzehnte erhalten bleiben.

Der Erdschlipf von 1795

Immer wieder finden an den Rigihängen grössere und kleinere Erdschlipfe und Felsstürze statt. 1674 wurde das Dorf Vitznau und Mitte des 17. Jahrhunderts das Bad in der Lützelau verschüttet. Auch in der heutigen Zeit wird das Rigigebiet von Rüfenen und Felsstürzen heimgesucht. Ein Felssturz ereignet sich am Silvester 1986 ausserhalb des Dorfes Vitznau. Zu einer der grössten Naturkatastrophen in den Seegemeinden gehört der Erdschlipf 1795 in Weggis. Ortskundige Leuten wollten damals wissen, dass der Mühlebach (heute Rubibach) nicht mehr in seiner früheren Fülle und Frische von der Telli und dem Tannenberg hinuntersprudelte. Die Quellen durchtränkten den boden. Als es am 16., 17. und 18. des Heumonats (August) kräftig regnete, geschah dieses Unglück. Eine kräftige Schlammlawine, die Bäume und Steine mit sich riss, bewegte sich auf das Dorf zu. In dieser Not begab sich der Pfarrer mit Monstranz hinaus auf den See zur Einmündung des Mühlebaches (heute vor dem Hotel Gotthard) und erflehte die Hilfe Gottes. Weggis erlebte die grösste Schreckensnacht. Zwischen dem Dröhnen des hinunterstürzenden Mühlebaches war das Krachen von zusammenstürzenden Häusern zu vernehmen. Am Morgen schwammen Dutzende von Balken im See. Neun Häuser und fünf andere Gebäude waren aus dem Dorfbild verschwunden. Doch der Schlammstrom kam auch in der nächsten Nacht und riss weitere Häuser, unter anderem das Pfarrhaus, die Schmiede, die Mühle und die Verena-Kapelle mit sich. Unter Glockengeläute versank die Kapelle im See. nach dieser gewaltigen Katastrophe waren 28 Häuser und 15 weitere Gebäude nicht mehr da. Das Hinterhaus (heute Chalet Antique) vis à vis Wirtschaft Bühlegg hat den Felssturz von damals überlebt. Insgesamt wurden beim Erdrutsch 120 Juchart Land verwüstet und erst im Laufe der Jahre wurden die Narben des Unglücks mit Gras überwachsen. Neue Häuser entstanden und auch die Verena-Kapelle wurde wieder aufgebaut. Heute erinnert die Tafel an der Verena-Kapelle an dieses denkwürdige Ereignis und das Bild im Inneren lässt das Ausmass dieser Katastrophe erahnen.

Kontakt

Bei Fragen oder Auskünften wenden Sie sich bitte an das Pfarreisekretariat (Tel. 041 392 00 92).